zaterdag 1 september 2018

Wutanfall & DDR-punk: Die Punkszene ist ein kleiner Haarriss in der Mauer des DDR Systems gewesen.

Punk hatte schon immer Freude daran, an schmerzende Schienbeine zu treten. Das konnte schwerwiegende Konsequenzen haben. Im kapitalistischen Westen - wo Punk entstand - aber mehr noch im kommunistischen Osten, wo freie Meinungsäußerung sehr relativ war. Wutanfall war eine der ersten Punkbands in der DDR. Sie erlebten viele große Momente, aber auch die Härte der Stasi-Repression. Fast 35 Jahre nach ihrer Auflösung erscheint zum ersten Mal eine LP von Wutanfall. Wir hatten ein faszinierendes Gespräch mit Schrammel, dem Herausgeber des Albums.

Wutanfall war in Leipzig als der erste Punkband bekannt. Sie erschienen 1981. Was war der Einfluss der Band?

Wutanfall rekrutierte sich aus den ersten Punks in Leipzig heraus. Die Szene bestand damals aus einer kleinen Gruppe, die sich aus allen Stadtteilen der Stadt gesucht und gefunden hatte. Wutanfall wurde schnell das Flaggschiff, um die sich die Szene sammelte. Der Mittelpunkt sozusagen. Schnell wurde Wutanfall über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Sie spielten gemeinsam mit anderen Gruppen der ersten Generation DDR Punks in Erfurt, Jena, Halle und Berlin. Durch ihre Geschwindigkeit und Energie auf der Bühne galten sie als die „schnellste und beliebteste“ Punkband der DDR. Die Auftritte waren legendär und jeder kannte Wutanfall. Bald war Leipzig die Stadt mit der zweithöchsten Punkanhängerzahl in der Republik. Bis heute erinnern sich viele an Wutanfall, kennen Geschichten der Band. Der damalige Einfluss zeigt sich daran, dass bis heute kaum Literatur über DDR Punk veröffentlicht wurde, wo die Band nicht expliziert erwähnt wird.

Obwohl Wutanfall bis heute legendär ist, ist es das erste Mal, dass eine LP mit ihrer Arbeit zusammengestellt wird. War es schwierig gute Aufnahmen für die LP zu finden?

Gute Aufnahmen von DDR Punk Bands zu finden ist immer schwierig. Da die Gruppen ja illegal existierten, gab es keine Möglichkeit offiziell in Studios zu gehen, um dort professionell aufzunehmen. Gute Aufnahmetechnik, sogar ein gutes Mikrophon zu bekommen war ein Glückstreffer. So blieb meist nur der Kassettenrecorder oder ein Tonband mit Raummikro um die Musik im Proberaum aufzunehmen. Wutanfall hatten das Glück über ein gutes Westmikro zu verfügen, welches bei einem Puhdys (DDR Rock Band Nr.1) Konzert in Leipzig geklaut wurde. Dadurch ist auf den Wutanfall Aufnahmen der Gesang recht gut verständlich. Das Problem war aber: überhaupt wieder Aufnahmen zu finden. Die Band selbst hatte nur noch ein einziges Tape. Erst über die alten Verbindungen zu Freunden der Band fand sich wieder mehr Material zusammen. Da hatte einer noch ein Tonband und dort gab es noch einen Livemitschnitt. Die Wutanfaller selbst haben sich darüber sehr gefreut und gestaunt was die Zeiten überdauert hat. Die Sachen sind immerhin 38 Jahre alt und viele Songs waren bereits in Vergessenheit geraten.

Wutanfall war am Anfang nicht solch ein politische Band. Es war eher der Kontext, der es politisch machte. 1983 wurde die Stasi angewiesen, hart gegen Punks zu sein. Warum?

Die Punks der ersten Generation waren anfangs nicht politisch oder gar staatsfeindlich eingestellt. Punk war eine Jugendbewegung von Leuten, die Spaß an der Musik und am Aussehen hatten. Was von staatlicher Seite vorgegeben wurde, reichte ihnen nicht aus. Sie testeten ihre Grenzen. Schnell war in der DDR genau dies das Politikum. Ihr Aussehen passte nicht in den real existierenden Sozialismus. Was diese jungen Typen da machten, konnte nicht harmlos sein. Darüber war sich der Staatsapparat schnell einig. Es passte nicht ins sozialistische Weltbild des positiven Fortschritts und musste daher weg.

Trotz der -  anfänglich nicht vorrangig - staatsfeindlichen Texte der Bands waren diese doch ein Politikum. Sie prangerten offen die Widersprüche in der DDR an und benannten diese klar. Dies machten die übrigen Musikgruppen der DDR höchstens verschleiert und sehr vorsichtig. Bei den Punkbands wurde nun offen der Verfall der Städte, die Doppelmoral in der DDR, die Sinnlosigkeit der Planstellen oder die vergiftete Umwelt besungen. Das war einfach viel zu offen für DDR-Verhältnisse. Bis 1983 war die Szene ständig gewachsen und nicht wenige Punks hatten bereits negative Kontakte mit der Polizei, der Staatssicherheit und auch dem normalen Bürger, auf Arbeit und in der Schule gemacht. Die Texte verschärften sich zusehends und die Punks waren zudem aus dem städtischen Bild nicht mehr zu vertreiben. So erging von Minister Mielke, dem obersten Chef des Ministeriums für Staatssicherheit, der Befehl „Härte gegen Punk“ zu zeigen und „die Samthandschuhe auszuziehen“, also eine Endlösung herbeizuführen und die Punkszene zu vernichten. Dies wurde umgesetzt indem angeblich führende Köpfe der Szene kriminalisiert und verhaftet wurden, andere aus der DDR ausgewiesen wurden oder zur Armee eingezogen wurden. Andere wurden psychisch so unter Druck gesetzt, dass sie sich von der Punkszene distanzierten. Manche bekamen den PM12, einen Ersatzausweis, der unter anderem das Reisen in sozialistische Bruderländer unmöglich machte und der Polizei die Möglichkeit gab den Besitzer dieses Ausweises grundlos für 24 Stunden inhaftieren zu können. All diese Maßnahmen schienen am Anfang von Erfolg gekrönt zu sein. Die Szene war 1984 tatsächlich ausgedünnt. Es hatte aber eben auch die Wirkung, dass die, die diese Repressionen über sich ergehen lassen mussten, nun sehr genau wussten, was sie von diesem Staat zu halten hatten. Sie radikalisierten sich. Die DDR hat sich ihre Staatsfeinde selbst gemacht. Denn genau das waren die Punks nun.

Die Stasi hatte sogar ein spezielles Programm zur Auflösung des Wutanfalls: OPK Stern. Es scheint, dass Sänger Chaos ein besonderes Ziel dieses Programms war. Mit welchen Methoden hat die Stasi Menschen wie Chaos eingeschüchtert?

Chaos war der Sänger von Wutanfall. Wutanfall war ja aus Sicht der Stasi der Kern des Übels in Leipzig. Sie gingen davon aus, dass es einen Anführer geben muss. Und bei einer Band muss der Anführer der Sänger sein. So hat sich die Stasi auf Chaos besonders eingeschossen. Das Ziel der OPK „Stern“ war es, die Band zu zersetzen und zu vernichten. Wie dieses Ziel erreicht werden soll, ist eindeutig in der OPK „Stern“ benannt: Den Sänger psychisch unter Druck setzen, um damit die Band zu verunsichern. Dies bedeutete in der Realität, dass Chaos teilweise mehrfach in der Woche zum Verhör abgeholt wurde, Verbote wie Innenstadtverbot erhielt oder an Festtagen wie dem 1. Mai Hausarrest bekam. Er wurde nachts von der Polizei unter fadenscheinigen Gründen aus dem Bett geholt und drangsaliert. Körperliche Gewalt kam ebenfalls hinzu. Chaos erzählt beispielsweise von einer Fahrt in den Wald, wo er von mehreren Leuten der Staatssicherheit mit einem Sack über dem Kopf bewusstlos geprügelt wurde. All dies diente der totalen Einschüchterung. Es ist heute kaum vorstellbar, aber es gab keine Möglichkeit diese Dinge irgendwie anzuprangern oder eine Anzeige zu erstatten. Die Punks in einem Alter von höchstens 19 Jahren waren den Staatsrepressionen komplett ausgeliefert. Und genau dieses Gefühl des „komplett ausgeliefert seins“ wollte die Staatssicherheit erreichen.

Die Stasi suchte auch nach Inoffizieller Mitarbeiter - IM - in der Punkszene. Sie konnten zwei Musiker von Wutanfall rekrutieren. Wie konnten sie diese Leute davon überzeugen, an ihrem Programm teilzunehmen und was wollten sie von ihnen?

Der Einsatz von Spitzeln diente dazu, die Szene zu unterwandern, Informationen zu beschaffen, beispielsweise wann und wo illegale Konzerte stattfinden sollen und die Punks von innen zu zersetzen. Das war eine gängige Methode, die auch bei anderen oppositionellen Gruppierungen genutzt wurde.

Die Gründe für die Mitarbeit sind von Fall zu Fall unterschiedlich und müssen tatsächlich differenziert betrachtet werden. Es gibt Fälle, bei denen klare Erpressung Grund für die Mitarbeit ist („entweder du arbeitest für uns oder du gehst in den Knast“). Es gibt aber auch Fälle, bei denen Geld und Abenteuerlust der Grund sind. Manche haben versucht, mit der Stasi zu spielen und nur irrelevante Dinge weiterzugeben. Das war natürlich eine Fehleinschätzung, denn auch die kleinste Information wurde in dem riesigen Apparat „Staatssicherheit“ weiterverarbeitet und zusammengepuzzelt.

Im Umfeld von Wutanfall gibt es einige IM die über die Band berichteten. Die beiden Bandmitglieder sind natürlich besonders problematisch. Im Falle von IM „Schwarz“  dem zeitweiligen Gitarristen der Band war Abenteuerlust und finanzielle Stimulierung der Grund für die Zusammenarbeit. Er galt als Hehler, hatte keine Lust. arbeiten zu gehen (in der DDR galt Arbeitspflicht) und war daher in permanenter Geldnot. Er hat seine Mitarbeit dazu genutzt, Leute, die ihm im Wege waren, ans Messer zu liefern. Nachweislich ist er dafür verantwortlich, dass mehrere Leute durch seinen Verrat hohe Haftstrafen absitzen mussten. Er galt bis zu seiner Enttarnung durch die Akteneinsicht von Stracke, Anfang der Neunziger Jahre, als eine Art „Szeneguru“ in Leipzig.

IM „Käptn“ der Bassist der Band erhoffte sich eine Wohnzuweisung durch seine Mitarbeit. Er wohnte illegal in einem zum Abriss freigegebenen Haus. Wohnungen wurden ja in der DDR zugeteilt. Als Punk, unverheiratet und ohne Kinder gab es kaum die Möglichkeit, Wohnraum legal zu bekommen. „Käptn“ ist ein klarer „Angst-IM“. Also er versucht sich selbst aus der Schussbahn zu bekommen, ohne die Konsequenzen für ein „Nein“-Sagen abzukriegen, aber auch, die Band nicht aufgeben zu müssen. Seine Aufgabe bestand darin, Auftritte der Band zu verhindern, die Band in ruhigem Fahrwasser zu halten und über Bewegungen in der Gruppe zu berichten. Er behauptet, nur mit der Stasi zusammengearbeitet zu haben, um sie auf falsche Fährten zu locken. Aus den Akten geht hervor, dass er tatsächlich immer wieder laviert und sich windet.

Trotzdem bleibt in beiden Fällen der Verrat von Freunden. Egal wie intensiv und aus welchen Gründen die Zusammenarbeit mit der Stasi tatsächlich war. Das ist das Tragische. Trotz der beiden IM war Wutanfall nie eine von der Stasi gelenkte Band. Die Gruppe war immer, zu jeder Zeit, eigenständig.  

Als die Berliner Band "Namenslos" - vielleicht die radikalste Anti-System-Band der DDR - inhaftiert wurde, taten sich Punks in Leipzig solidarisch und wurden ebenfalls eingesperrt. Kannst du uns mehr darüber erzählen?

Namenlos hatten garantiert die systemkritischsten Texte der damaligen DDR Punk Szene. Das war ganz klar staatsfeindlich. Aus heutiger Sicht ein extrem mutiges Konzept, aber eben auch ein Suizidkommando. Die Band wurde nach ihrem dritten öffentlichen Auftritt bei der Bluesmesse 83 in Berlin verhaftet und zu hohen Haftstrafen verurteilt. Das war schon eine Machtdemonstration des Staates, die auch der Abschreckung dienen sollte.

Es gab engen Kontakt zwischen Leipziger Punks aus dem Wutanfall Umfeld und den Namenlos Mitgliedern in Berlin. Kurz vor der Inhaftierung der Band hatten einige Leipziger die Berliner noch besucht und waren mit ihnen in Berlin sprayen gewesen. Während einer Fete in Leipzig Grünau, dem Vorzeigeneubaustadtviertel Leipzigs, kamen 4 Leipziger auf die Idee, ein Zeichen setzen zu müssen. Im alkoholisiertem Zustand haben sie dann nachts die sozialistisch angemalten Stromhäuschen in Grünau besprüht (auf die war die Stadt besonders stolz).  Das ging von Worten wie „Bullenstaat“ bis hin zu dem Satz „Freiheit für Jana, Mita und A-Micha“ den Bandmitgliedern von Namenlos. Unter anderem durch den Verrat von IM „Schwarz“ verhaftete die Stasi bereits 2 Tage später die Sprayer. Die Tat wurde allerdings nicht, wie von den Angeklagten gedacht als „Zerstörung öffentlichen Eigentums“, sondern als „Politische Tat“ eingestuft auf die Haft stand. Die Sprayer wurden daher zu Freiheitsstrafen von 7 Monaten bis zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

1983 verließ Chaos Wutanfall. Er wurde für kurze Zeit von Stracke abgelöst. Stracke gründete daraufhin L'Attentat - mit Imad, der ein IM war - als eine viel politischere Punkband. Was war die Motivation von Stracke?

Stracke hatte ja bereits mit Imad und Ratte eine Band namens HAU, die neben Wutanfall in Leipzig existierte. Als Chaos Wutanfall verließ, sprang Stracke als Sänger bei Wutanfall ein. Das war nur logisch, da er bereits vorher einige Male als Sänger bei Proben eingesprungen war, wenn Chaos verhindert war und er dadurch die Texte kannte. Anfang 1984 verließ Typhus, der Gitarrist, Wutanfall und Imad stieg als Gitarrist ein. So gab es einige Zeit Überschneidungen in der Besetzung der beiden Bands. Imad kam, bevor er Punk wurde, aus der Anarchoszene und Ratte sowie Stracke hatten 1984 bereits Knasterfahrung und waren daher klar radikalisiert. Zappa und Rotz entwickelten in dieser Zeit bereits andere musikalische Wege. Zappa machte bereits mit Chaos das Noiseprojekt „Pffft…!“  und gemeinsam mit Rotz die Band Delta Z mit lyrischeren Texten als bei Wutanfall. So löste sich Wutanfall Mitte 1984 auf. Stracke ging mit Imad und Ratte den, für sie logischen Weg aus dem Erlebten mit Polizei, DDR Bürgern und Stasi. Musik als Waffe sozusagen. Alle hatten einen Ausreiseantrag in die BRD laufen und hatten nichts mehr zu verlieren. Daher war das Motto der neu gegründeten Band L’Attentat auch „Jetzt erst recht“.

Wie viele andere Punks reichte Stracke ein Forderung ein, das Land zu verlassen. Er berücksichtigte, dass er, wenn er inhaftiert würde, von der BRD freigekauft würde, was tatsächlich geschah. Andere Punks mussten jahrelang auf ihren Ausreise warten. Warum war das?

Stracke wurde 1985 verhaftet, weil er über die DDR Punk Szene in westlichen Fanzines geschrieben hatte. Das galt als „Verbindungsaufnahme zum Feind mit dem Ziel der DDR zu schaden“. Jedenfalls wurde dies so ausgelegt. Er wurde dafür gemeinsam mit seiner Frau Marlies, die die Texte auf der Schreibmaschine getippt hatte und daher Mittäterin war, zu einem Jahr und 7 Monaten Haft verurteilt. Als politische Häftlinge wurden er und seine Frau vom Westen freigekauft. Das war eine gängige Methode, da die DDR an Devisen interessiert war. Freikauf war aber nur bei Häftlingen möglich. Wie und warum manche länger warten mussten und manche eher rauskamen ist sehr schwierig zu beantworten. Zappa durfte 1986 ausreisen, weil er als Wehrdienstverweigerer Stress gemacht hatte. Imad kam erst nach Aufkündigung seiner Mitarbeit mit dem MfS im Frühjahr 89 raus. Warum beispielsweise Chaos oder Ratte bis 1989 schmoren mussten, obwohl sie bereits 1984 den Ausreiseantrag gestellt hatten, bleibt höchst spekulativ. Vielleicht war es tatsächlich eine Machtdemonstration des Staates.

Als die Repression stärker wurde, fanden die Punks einen sicheren Zufluchtsort in den Kirchen der DDR, die ihre Türen für Punkkonzerte und Festivals öffneten. Der Lebensstil der Punks war jedoch sehr anders als der der hingebungsvollen Christen. Hat das nicht zu Konflikten geführt?

Ja, das hat zu Konflikten geführt und ist auch nicht in allen Städten gutgegangen. Es war auch nicht die Kirche, welche die Türen für die Punks aufgemacht hat, sondern einzelne, mutige Pfarrer und Jugenddiakone, wie Lorenz Postler in Halle, die gesehen haben, dass die Punks einen Zufluchtsort benötigen. Oftmals haben sie gegen starke Widerstände aus der Gemeinde arbeiten müssen.
Kirche war ein sicherer Raum. Auf dem kirchlichen Territorium konnte die Staatsmacht, jedenfalls nicht offiziell, eingreifen. Angefangen hat das mit den Trampern und Bluesern, die in Kirchen Bluesmessen organisiert haben. Anfang der Achtziger wurden diese dann durch die Punks abgelöst. Auch das nicht überall konfliktfrei. Die Punks richtig in die Kirchenkreise zu integrieren hat nirgends wirklich funktioniert. In Berlin, Halle oder auch Leipzig hatten die Punks zwar später Räume zur Verfügung, waren aber nicht kirchlich eingebunden. So entstand in Berlin beispielsweise die „Kirche von unten“ oder in Leipzig der „Mockauer Keller“. In Erfurt aber hat die Kirche schnell die Türen für die Punks wieder zugemacht, da diese sich überhaupt nicht an die Hausregeln der Kirche gehalten haben.

Es gab andere Probleme mit den Festivals in Kirchen. Ich habe von zwei legendären Punk-Festivals in einer Kirche in Halle gehört. Kannst du uns erzählen, was dort passiert ist?

Am 30.4.83 fand in der Christuskirche in Halle das erste, große Punkfestival der DDR statt. Organisiert haben das damals Moritz Götze und die aus Halle stammende, Jana Schlosser, Sängerin von Namenlos. Über deren Kontakte wurden Bands aus der gesamten DDR eingeladen. Es kamen Hunderte von Punks aus der gesamten Republik, sodass die Staatssicherheit und Polizei völlig überfordert waren, weil sie die Anzahl der Konzertbesucher unterschätzt hatten. Daher gelangten viele zum Konzertort und erlebten dort die Bands HAU, Unerwünscht, Namenlos, Wutanfall, Planlos, Restbestand und Größenwahn, die damaligen Speerspitzen des DDR-Punk. Von dem Erfolg des Festivals angetrieben sollte dies am 22.10.83 wiederholt werden. Diesmal hatte die Staatssicherheit allerdings vorgesorgt. Jugendliche wurden bereits im Vorfeld daran gehindert, ihre Städte zu verlassen. Ganze Züge wurden von Halle aus zurückgeschickt und Punks die am Bahnhof Halle ankamen, wurden sofort verhaftet. Nur wenige Konzertbesucher erreichten dadurch die Christuskirche. Auch die geplanten Bands kamen nicht durch. So musste improvisiert werden. Das Programm vor circa. 70 Leuten bestand dann aus einem Theaterstück und einer improvisierten Band. Der Erfolg des ersten Festivals ist bis heute ein Zeichen für die Durchsetzungskraft der Punks in der DDR, der Misserfolg des zweiten Festivals eher ein Zeichen dafür, mit welcher Härte die Staatssicherheit nach Mielkes Befehl gegen die Punks vorging.

1989 waren die Montagsdemonstrationen in Leipzig das erste Anzeichen dafür, dass die DDR auseinander fiel. Welche Rolle spielten die Punks bei diesen Ereignissen?

Die ersten öffentlichen Anzeichen hatten sich bereits bei der Wahl im Mai 89 gezeigt, wo zum ersten Mal unabhängige Wahlbeobachter nachweisen konnten, dass die Wahlen manipuliert waren. Bei den ersten Montagsdemonstrationen in Leipzig waren natürlich auch die Leute aus dem „Mockauer Keller“ dabei. Nicht nur Punks.  Sie haben Transparente und Banner gemalt, sind vorneweg gelaufen. Haben die Sache maßgeblich mit ins Rollen gebracht. Später hat dieser Kreis die „Reaktionskonzerte“ veranstaltet. Die Einnahmen der Konzerte wurden für die Verhandlungskosten der Verhafteten während den Demonstrationen gespendet. Als das neue Forum allerdings das Sprachrohr der Montagsdemonstrationen wurde, distanzierten sich die Punks von den Demonstrationen und den neuen Forderungen nach einer Wiedervereinigung. Die Punks wollten die DDR verändern, nicht die Einheit bewirken. Später kippte die Stimmung bei den Montagsdemonstrationen zusehends und immer mehr neofaschistische Züge setzten sich durch. An der Spitze liefen nun Neonazis und Republikaner. Und der Rest lief ihnen hinterher. Aus dem „Wir sind das Volk“ wurde „Wir sind ein Volk“. Da hat sich die Gruppe um den Mockauer Kreis gegen  die Montagsdemonstrationen gewandt und sind ihnen entgegengelaufen. Sie wurden als „Stasikinder“ beschimpft. Von den Menschen, die bisher geschwiegen hatten und sich nun in einem Zug von Hunderttausenden mächtig fühlten. Das muss wehgetan haben. – So habe ich mir es erzählen lassen von denen, die dabei waren.

Die Punkszene an sich betrachtet, denke ich, ist ein kleiner Haarriss in der Mauer des DDR Systems gewesen. Genauso wie andere oppositionelle Gruppen haben sie ihren Teil mit dazu beigetragen, dass die DDR untergegangen ist.


dinsdag 28 augustus 2018

Theatre Of Hate: I for one do not wish to be working for someone else's reality or profit.

Theatre of Hate has written music history with 'Westworld'. They made post-punk with gritty, raw songs that were not overflowing with optimism. The group lived a short but powerful existence until the group merged with Spear of Destiny in 1982. Today, however, it is Theatre of Hate that makes itself heard again. In 2016, Kinshi came out, an ambitious double CD, and in November the group will perform at the Breaking Barriers festival in Leuven. Malcolm Nix had a conversation with Kirk Brandon.

It may surprise some people to find out Theatre of Hate is still around. Where do you find the energy to keep this band going? Do you still feel as motivated as you did when the band was founded in 1980?

We all hoped it would come back together when it was right. Now is definitely the right time. The music feels fresh as does the new recordings we have released, the 'Kinshi' album. It takes an enormous amount of energy out of me but the motivation to bring this innovative music to people is still there in all the members. Also, we all feel its lyrics are even more relevant to today than even when we started. A paradox, perhaps.

The band has taken some time off during the past decades, but in 2016 you released the new album 'Kinshi'. Are there major differences between the new album and the older output or is this just a logical sequel to previous albums?

The band members have all 'had lives' inbetween the decades since its formation. I feel we have still captured the spirit of what the band was and is about with 'Kinshi'. It was very anti-establishment and anti the program and I feel it has continued on into the new album material. In a world where artists rarely protest we are still banging nails into the program and it's hypocrisy. The music still sounds threatening and edged.

The line-up has also changed a lot since the first few years of the band's history. Do you think this has a significant impact on the sound of the band?

The line up still contains 3 of the original members: Stan Stammers, John Lennard and myself. Obviously Billy Duffy runs The Cult but is still a great friend. One of the drummers, Nigel Preston, died and we are lucky to have Chris Bell on drums (Chris was originally from the first line up of Spear of Destiny).

The new album was financed partially by means of a crowdfunding campaign. What are your experiences with this new technique? Can you recommend it or are there any disadvantages the uninitiated wouldn't think of at first sight?

If you can do a crowd funding yourself, it is a great way forward. This should be your first port of call. After you have done this yourself, there are various companies who would then perhaps take you on if they thought they could expand the sales of your album. Obviously they would take a percentage but that goes with the territory. Be wary but see your options.

Do you think it would have made a big difference for the alternative scene in the 70s or 80s if modern-day crowdfunding possibilities had been available back then?

Enormously. It would have put the initiative in the hands of the bands. It would have opened the door to so many more bands to self-finance and reap the rewards of their artistry.

What do you think of the contemporary alternative scene? Is it still relevant? Does it still have the potential to radically change the way the entertainment industry functions? Or should we resign ourselves to a life in the shadows, at the edge of the socially acceptable?

People are as relevant as they feel they are. If what you say means something to you then there will be people who will listen. Is the scene relevant!? Absolutely. We create our own reality. I for one do not wish to be working for someone else's reality or profit. It takes guts and belief but doesn't all the greatest music take this.

On November 10th you will be playing at the Breaking Barriers festival in Het Depot. It has been quite a while since you played in Belgium. Can you even remember how long it has been? What will be the big differences between your previous gig in Belgium and the one we will get in November?

We're looking forward immensely to it. We haven't played in Belgium for many years but with band members becoming available and their will to do it, I expect we will be playing more in Belgium and Europa.

Do you know any of the other bands on the line-up? Do you consider all those bands as part of a scene you can relate to or do you consider them as artists who happen to feature on the same line-up?

Everybody has a relevance to the alternative scene. We ALL comprise it. We come from basically the same standpoint, all trying to do our own music. Once in a while I get to a band and they blow me away, it's something I look forward to. It makes it interesting. Tim (TV Smith) is a great old friend and true artist, alway good to be on a bill with Tim.

Theatre of Hate is a band that doesn't tour Europe on a regular basis. Do you think the whole Brexit scam will affect the touring possibilities of English bands in Europe and vice versa?

The idiots who voted for Brexit won't stop us doing what we want to do. If we have to go back to getting visas and carnets, we will. We plan on having 2 sets of shows in Europe this year, and on the second set hope to expand it to as many European countries as possible. There is always a way forward through idiocy.

zondag 12 augustus 2018

Sex Gang Children: No matter what obstacles we encountered, and there were many, it was always about the music and the music shone through.


Sex Gang Children raided England in the early 1980s with their experimental punk, and they became a huge success. The singles from that period are now collected on 'Electric Jezebel', and the band now performs with three of the original members who recorded the legendary music. On August 31st and September 1st, Sex Gang Children will perform at the B52 in Eernegem, Belgium. We thought that was a good opportunity to ask singer Andi Sex Gang about the band and its history.

You have recently released ‘Electric Jezebel’, a compilation of the singles from the heyday of Sex Gang Children from 1982 to 1983. What was the motivation behind this release?

There had never been a complete Sex Gang Children singles A & B sides release before and I felt the time was right for this. 'Electric Jezebel' captures the jagged intensity and surreality of those early singles. The stand-out point of this compilation is the realisation that the songs have a timeless quality and that was something I felt people would appreciate hearing, in its entirety.

At the time, Sex Gang Children were a huge success. You were a very alternative band, though, coming straight from the punk and squatting scene. And you had a very provocative name. How was that success possible?

No matter what obstacles we encountered, and there were many, it was always about the music and the music shone through. I am a very determined person, and when I feel the cause is right, nothing will stop me. I will fight to the bitter end for that cause.

‘Electric Jezebel’ contains the full ‘Beasts’ EP, which remained in the UK charts for 18 months. It was a huge sensation and one of the best selling 12” singles ever. Were you surprised with the success?

There was no room for surprise. Once the songs were written and released, we had already moved on to new songs. We were aware that our music would have an impact not based upon anything other than it was straight from our gut and it was different. Raw and passionate expression layered with epic overtones. It's our soul music.

A few months later, the ‘Song & Legend’-LP was released, which went straight to number 1 in the indie charts and even entered the mainstream charts, as did the ‘Sebastiane’-single featured on the new compilation. Even though ‘Song & Legend’ has been unavailable for years, it is still hailed as a landmark album. How do you explain that?

Again, I would say it is down to the music. We did not try to affect or simulate anything that wasn't in us and that album is a good representation of us at that time, as is also represented on the 'Electric Jezebel' album. Yes, Song And Legend has been unavailable for some years now, however it will be reissued as part of a CD box set and also on coloured vinyl through Cleopatra Records later this year.

The success of ‘Song & Legend’ also spawned the release of a compilation that was - again - titled ‘Beasts’ and is also featured in its totality on ‘Electric Jezebel’. Where did the unreleased tracks on that record - like ‘Mauritia Mayer’ or ‘Salvation’ - stem from?

Mauritia Mayer was the follow-up single to Sebastiane.  Salvation was on the 12" EP version of Mauritia Mayer.

It all started out as Panic Button - the band’s first name - in 1980. How did you manage to start a band back then?

Panic Button was a spur of the moment creation, we had a gig booked before there were any band members. I put together the band overnight and we played around London and this developed into Sex Gang Children. It was a matter of jumping in and learning how to swim rather than taking it slow and easy.

You later got the rights to the name Sex Gang Children from Boy George, who performed under that name for a while. Is it true that he gave you the name in exchange of a meal at a snack bar?

At the time, Boy George was performing under various band names on a regular basis. Sex Gang Children was just one of the names he used for a short period - about two weeks for each band name. There was no exchange of the name for a free meal. George suggested that I should use the name since I loved it so much. I took him for a coffee to persuade him to continue to use the name for his band. The name itself is originally from a William Burroughs poem.

The current tour sees you playing again with astounding musicians from the past: the great guitarist Terry McLeay and the wonderful drummer Rob Stroud. How did this renewed partnership come to be?

When I decided to release Electric Jezebel, Kevin Matthews (Sex Gang Children member) proposed bringing in Terry and Rob for the Electric Jezebel Tour, as they had played on the majority of songs on that album.



The success period ended with the split of Sex Gang Children. You have repeatedly said that ‘Blind’ - your solo LP from 1985 - was originally meant to be a Sex Gang Children record. Why was that not possible?

This was never truthfully explained to me by the head of our record label at that time. The album was already pressed when I learnt that it was to be released as a solo project. I personally believe that there were some inner politics involved, but I'm not going to get into that right now.

In the nineties, you reformed Sex Gang Children with original bassist Dave Roberts. Even if you have been critical of this collaboration later on, you released the wonderful Medea with new material, and a compilation titled The Hungry Years with most of the earlier material. How did the reunion take place?

Dave Roberts had started hanging around with me again and had attended some of the London studio sessions for Medea. We ended up inviting him to play bass on some of the tracks. At the time it seemed a natural thing to do. And at the time, it worked well.

As if from nowhere, Sex Gang Children resurfaced in 2002 with ‘Bastard Art’. How did that come about?

After recording several solo albums, Kevin and I decided it was time for another Sex Gang Children album. The new material lent itself towards that. Kevin introduced me to Matthew James Saw and Carl Magnusson with a strong recommendation that they would be perfect for the new Sex Gang Children album. Their energy, enthusiasm and arthouse approach to the music was ideal. Their creative input on Bastard Art was impressive.

A decade later, in 2013, you released ‘Viva Vigilante’, this time with an almost identical line-up. I saw on your website that you have been cheated by the person who released ‘Viva Vigilante’. What happened?

Actually, Viva Vigilante! was released on my own label. The person who cheated us that you are referring to was our distributor; Steve Morell of Pale Music, Berlin, Germany. We later discovered he owed money to a lot of bands. A man to avoid at all costs, if you want to be paid.

Thanks for the interview. Any last words?

Well maybe a few words about my new music project, 'Dada Degas'. I feel it's been a long time coming to envelope myself in another, different alter-ego. One that has no ties to the past yet opens many creative challenges for the future. 'Dada Degas' will challenge the normal rules associated with multi-media, as I did with Sex Gang Children and as Andi Sex Gang. This and previously unreleased Sex Gang Children rarities will be available through my own independent company 'Liberation London', which serves not just as a music label, but also an outlet for my paintings and other related artwork. I believe that artists have to push the boundaries as never before. Cultural Revolution is our natural destiny. Art is expression, art is freedom, art is at war. So, be a warrior not a slave.

Sex Gang Children

Sex Gang Children will play the B52 in Eernegem, Belgium on August 31th and September 1st

dinsdag 24 juli 2018

Schwarzblut: I think that the subjects of freedom, identity and the celebration of diversity that go through the album are a reflection of the time in which we live.


Four years after 'Gebeyn Aller Verdammten', Schwarzblut returns with 'Idisi'. The group does not repeat itself but chooses to explore new ways with the new record. The depth of meaning and composition, however, remain constant. We witnessed that in our conversation with front man Zeon Schwarzblut.

Your new CD is called 'Idisi', a reference to the Germanic goddess of vegetation. Why this title and how does it relate to the total concept of the album?
 
The word 'Idisi' comes from the 9 / 10th century "Merseburger spells" (German: the Merseburger Zaubersprüche), written in Old High German. The first of these two spells is a "Lösesegen" (spell for release). It describes how warriors captured during the battle are freed from their fetters by "Idisi". We use this text for "Eiris sazun idisi", the opening track of our album. The "Idisi" mentioned in this text are supposed to be Valkyrie-like goddesses, possibly related to Norse mythology, where a dís ("lady", plural dísir) is seen as a spirit or feminine deity associated with fate. The Merseburger spells are the only known texts of the Germanic pagan faith that have been preserved in Old High German. We chose "Idisi" as the title for the album because of the reference to the eternal desire for freedom and as a tribute to the power of women in the past and the present.

'Gebeyn aller Verdammten' dates back to 2014 and was rightly considered as your best work to date. It took four years to come up with a successor. Why so long?

Our 2014 album received a good reception indeed. And because we never repeat ourselves, we opted for new ways for the next album. We decided early in the writing process to concentrate on the roots of the Germanic and Frankish languages. This of course requires study time and we have taken that time. In our search we found beautiful texts from the 13th, 9th and even 6th century. These texts have a sound and rhythm that are very inspiring to me. They immediately invited to compose music. The old languages and texts have an abstraction that works very well with the dark, vocal and rhythmic music on our new album.

We have noriced a great evolution since your last work. Where you used to choose hard beats, you have become much calmer on 'Idisi'. A conscious choice?

Idisi is an album that has been created in a very organic and intuitive way. With the arrival of Gijs van Ouwerkerk, we had three vocalists who could contribute this time. And that really invited us to use a lot of harmony and chant vocals in the songs. By putting the tempos a little lower, there was more room to let the voices 'speak'. We have experimented a lot in the studio with community singing and free improvisation. That has produced beautiful pieces such as "Eiris sazun idisi", "Die Zeit geht nicht" and Vogala. More than before we have also recorded organic instruments for the album such as violin, nyckelharpa, hurdy-gurdy and percussion.

Until now you mainly used German texts. The new album is much broader linguistically. We hear Latin several times, the first written (Old) Dutch sentence on 'Vogala', fragments of Turkish and Romanian, but especially a lot of Medieval-German. Why this diversity?

I believe that an artist is always influenced by his or her contemporary environment. And we as well. I think that the subjects of freedom, identity and the celebration of diversity that go through the album are a reflection of the time in which we live. Fear, polarization and propaganda are just as much part of the past as part of our present. Polarization always comes from fear, from not understanding the value of diversity. Lack of understanding stems from a lack of communication and connection. Music is about communication. Our music is our way of communicating and learning about other cultures and customs. For this album, Hannah Wagner helped us with the pronunciation of the Middle High German texts, the Romanian singer / actress Teodora Ionescu helped us with the Romanian parts and our Iranian colleague and friend Reza helped us with the Farsi / Persian parts. This process of sharing and learning was an enriching experience. I believe that having strong cultural roots and a sense of belonging to your own culture is a solid starting point to meet and explore other cultures. And because suffering and suffering is also a given in the world, we were not afraid to record a number of cruel texts about war and persecution.




The album comprises the 'Palästinalied', a song from the time of the crusades that has often been covered. What has driven you to make your own interpretation of the song?

On the album, this song connects the Western and Middle Eastern worlds, in the form of a 13th century text written at the time of the 5th Crusade. We have really made our own version of it by adding vocal harmonies, spoken lyrics in Latin and very intense percussion. The song also contains the majestic game by our German friend Georg Börner (Sangre De Muerdago) on the nyckelharpa. His medieval stringed instrument gives the song a mysterious and Eastern character. Hannah Wagner (Saeldes Sanc / Helium Vola) and Angelika sing these songs as a duet, which really gives the song a fighting and melodic character.

'Lied der Freiheit' seems to fit very well with the Schwarzblut concept. Can you tell something more about that song?

The text of this song is a poem by the 19th century Swiss poet Gottfried Keller. In this poem he formulates the concepts of time, truth and history in a surprising, new way. It was logical for me to put this text on music because it gives an interesting conceptual context to the old texts we use on the album.

To round off the album you use a poem by the Persian Sufi poet Rumi, after the German translation of Friedrich Rückert. The music also sounds very oriental. What did you want to achieve?

In a world where polarization and populism in the media form the issues of the day, we choose a different course. I do not own TV and use online media in moderation. As I said, I believe that an artist is always influenced by his or her contemporary environment. And that having strong cultural roots and a sense of belonging to your own culture forms a solid starting point for meeting other cultures. This song is such a meeting. The text of 'Ghaselen des Dschelal-eddin Rumi' consists of the German translation of works by the Persian poet Jalal ad-Din Muhammad Rumi (1207-1273). Rumi was the leading figure of the Sufi movement in medieval Konya. He philosophized about the benefits of tolerance. The meaning of his words inspired me to give this song a deep, Oriental sound. Partly through the use of Arabic singing by Hammam Al Sayid. The Rumi text we use is a translation by Friedrich Rückert from 1819. We already used texts from Rückert on our albums Das Mausoleum (2010) and Gebeyn Aller Verdammten (2014).

The collaboration with Hannah Wagner of Saeldes Sanc is in the spotlight. You already worked together on the single 'Virginis Memoriae' in 2015 and in 2017 with the EP 'Wildes Herz'. How did you get to know Saeldes Sanc and how did you decide to work together?

In 2015, we first released a split single with Hannah. She is a great talent and a very nice person. So while working on "Idisi", the idea arose to make a mini-album with her. After a meeting with Hannah at the Wave Gotik Treffen in her home town of Leipzig (D), she came to Deventer (NL) a few months later to work with us in the studio. When we were together, an inspiring work atmosphere arose in the studio. We exchanged ideas and suggestions to take the best of each other. I worked on the compositions and recordings of both Saeldes Sanc's and our own songs. I look back on this with great pleasure. Although you can send music files all over the world via the Internet at lightning speed, the musical result is so much better and more personal when you actually work together in one studio. And you can hear that on "Wildes Herz".
Do you already have any idea what the next step for Schwarzblut will be?

We have had two release parties in the Netherlands behind us. In the fall we go back to Germany for performances. Of course new musical ideas are bubbling up again. So they will also find a way to a next release. There is also a video clip for the song Vogala in the making. Keep an eye on our website and sign up for our newsletter. That is how you first hear what is coming on.

Interview: Xavier Kruth
Pictures: Xavier Marquis



donderdag 28 juni 2018

Lizard Smile: Wandering in Mirrors


In 2013, Lizard Smile released the beautiful 'State of Void', a mini-CD that meant a great leap forward for the band. They were always good, but it was clear that the quality of the recordings had improved considerably by working together with Eric Van Wonterghem (Monolith, Sonar ...).



The extraordinary quality of 'State of Void' made us mouth watering for more. Now that we are almost dehydrated - five years later - a successor finally comes: 'Wandering in Mirrors'. Why does it have to take that long? That is just the way it is with Lizard Smile. They have released only four CDs in 23 years, but then there’s not a single bad one among them.
'Wandering in Mirrors' opens a new chapter. Not that it is very different from the previous chapters. Lizard Smile remains faithful to their recipe to mix classical gothic rock - think of The Sisters of Mercy and The Fields of the Nephilim - with danceable electronics. That recipe works, the previous records and the excellent live reputation of the band are proof of that.
Yet I notice an evolution in 'Wandering in Mirrors'. I feel that the band is more involved in sound experiments, that they dare to make more atmospheric pieces. That also explains why the songs are a bit longer. Other bands would not so easily get away with it, but Lizard Smile knows how to do it and it doesn’t get boring for a second.
What I do not understand is that the most extensive atmospheric song - with the significant title 'Noise Fades Out' - is only available as a digital bonus. The song is good enough to be on the CD and there was still some space over with only six tracks. Although it is no secret that the band would like to release ‘Wandering in Mirrors’ on vinyl also, and then the space is obviously tighter.
Let’s go for a tight record, then. 'Wandering in Mirrors' does not have any weak moments with its six songs, and that is the most important criterion for assessing a record. Whoever liked the past CDs will also like this one, and for those who get to know Lizard Smile with this new one also, 'Wandering in Mirrors' is an exceptionally strong album.