woensdag 16 januari 2019

Goethes Erben: Eigenartigerweise jammern die am lautesten, die nicht auf einer Flucht ertrinken oder in ihrer Heimat erschossen oder gefoltert werden

In 2014 brach Goethes Erben das jahrelange Schweigen, worin die theatralischen Avantgardisten seit 2006 gehüllt waren, als die Band für unbestimmte Zeit eine Pause einlegte.  Es folgten Konzerte und ein Musiktheater, aber mit 'Am Abgrund' gibt es jetzt auch das erste Studioalbum seit 12 Jahren. „Zu lang geschwiegen“, klingt es auf der neuen CD. Es handelt sich nicht so sehr um die musikalische Pause. Es geht um Politik, um die fehlende Menschlichkeit, um die Verhärtung der Gesellschaft und nicht zuletzt, um die Antwort, die wir liefern. Wir haben Mastermind Oswald Henke gesprochen...

‚Am Abgrund’ ist das erste, neue Studio-Album seit der Wiederkehr von Goethes Erben in 2014. Du hattest vor einigen Jahren gesagt, es wäre zu gefährlich, heutzutage noch physische Tonträger zu veröffentlichen. Warum hast du dich dann dafür entschieden, eine neue CD zu machen?

Oswald Henke: Ich habe nicht gesagt, dass es gefährlich wäre, sondern wenig sinnvoll, da der Markt für physische Tonträger de fakto ausstirbt. Wir haben aber die Live-Version von "Rückkehr ins Niemandsland" zum 25 jährigen Jubiläum von Goethes Erben als Live DVD veröffentlicht sowie auch "Menschenstille" als Live-Version auf DVD und CD. Weiterhin gibt es Goethes Erben nicht nur rein „virtuell“, als MP3 Downloads oder als Streaming. Ich bin der Meinung, dass dieser immaterielle Konsum von Musik kaum noch mit einer Wertschätzung der eigentlichen Musik und des Künstlers verbunden ist. Insbesondere durch Streaming besteht auch die Gefahr, dass irgendwann, irgendwo eine Zensur stattfinden kann, denn, wenn man etwas nicht wirklich besitzt kann auch der Zugang dazu verhindert werden. Nur mit eigens gekauften Tonträgern, weiß man dass man, wann immer man will, seine Musik hören kann, unabhängig von  kurzlebigen Abspielgeräten oder vom Onlinezugang.

Außerdem ist mir die Haptik wichtig. Eine Schallplatte in den Händen zu halten, die Hülle zu fühlen und zu lesen, das macht das Ganze etwas wertiger. Ich bin so einer, der z.B. ganz genau weiß wo die LP, die ich in der Zeit meiner ersten großen Liebe hörte, in meinem Regal steht, oder wo mein erster Tonträger steht, den ich vor Jahrzehnten gekauft habe. Leider wird die Musik heutzutage oftmals nur noch als akustischer Bildschirmschoner verstanden.

Warum wir jetzt ein neues Album veröffentlicht haben? Ganz einfach, wir hatten etwas mitzuteilen und aus dem Grund haben wir „Am Abgrund“ veröffentlicht. Wir müssen keine Verträge erfüllen, wir haben das Album gemacht weil wir es wollten und der Meinung waren, wir haben das tiefe Bedürfnis uns mitzuteilen, unsere Gedanken zu teilen. Aus diesem Grund haben wir „Am Abgrund“ als CD bzw. LP veröffentlicht.



2015 hast du ‚Menschenstille’ inszeniert, ein sehr dunkles Musiktheater, basiert auf deiner Gedichtsammlung ‚Narbenverse’, das nach dem Selbstmord eines Freundes geschrieben wurde. Was wolltest du mit diesem Stück ausdrücken?

In dem Musiktheaterstück „Menschenstille“ habe ich versucht, das Thema Suizid zu erklären und zwar aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Ich habe versucht für mich persönlich zu erklären, wieso ein Mensch den Freitod wählt, obwohl er z.B. nicht todkrank ist, was ich als Grund verstehen würde um würdevoll sterben zu wollen. Das Thema ist aber sehr komplex und es gibt keine allgemeingültige Antwort. Am Ende stand für mich nur eines fest: „Leben ist die Option auf Alles, wenn man will“. Und darum geht es. Das Thema ist einfach zu privat, als das man es auch nur annähernd allgemeingültig bewerten oder beantworten könnte. Es geht einfach darum, wie sehr man das eigene Leben wertschätzt und was es für einen persönlich bedeutet, wenn das Leben beeinträchtigt wird und dadurch wertlos erscheint. Für mich ist Suizid etwas, was jedem in Eigenverantwortung obliegen muss, aber ich finde jeder Mensch sollte sich genau überlegen, was so eine persönliche Tat auch für Auswirkungen auf das Leben anderer Menschen hat. Was bedeutet es für die Überlebenden, die Familie, die Lebenspartner und Freunden?

Ich habe das Gefühl, dass psychische Erkrankungen und Depressionen auch bei ‚Am Abgrund’ sehr präsent sind. Ist ‚Am Abgrund’ thematisch mit ‚Menschenstille’ verbunden? Was ist das übergreifende Thema zu ‚Am Abgrund’?

„Am Abgrund“ hat nicht wirklich einen direkten Bezug zu „Menschenstille“ aber am Ende ist alles was ich mache irgendwie miteinander verbunden, denn ich schreibe grundsätzlich über meine Gefühle und auch über meine Sicht der Dinge, die mich eben gesellschaftlich, sozial oder politisch stören. Kunst hat in meinen Augen eine Gewissensfunktion in einer Gesellschaft, sie kann hinweisen und zum nachdenken anregen aber keine Lösungen bieten. „Am Abgrund“ hat eine introvertierte Seite, „Es ist still“, „Denn es ist immer so“, aber auch sehr extrovertierte, zornige Stücke, „Darwins Jünger“ oder „Lazarus“ und dann Stücke die beides verbinden „Zu lang geschwiegen“ oder „Verstümmelung“. Thematisch hat die Sammlung der Stücke aber nichts mit „Menschenstille“ zu tun. „Am Abgrund“ ist kein Musiktheaterstück sondern eine Sammlung von Fragmenten. „Menschenstille“ war eine Liveinszenierung, ein Musiktheaterstück, „Am Abgrund“ ein Studioalbum im klassischen Sinne. Vielleicht sind die introvertierten Stücke eben jene, die viele Fans mit der „Trilogie“ in Verbindung bringen, aber natürlich ist auch „Das Ende“ zornig, aber eben auf andere Art und Weise wie „Darwins Jünger“.

Am Ende ist eine Depression eine Krankheit aus dem man ohne Hilfe nicht mehr herauskommt. "Am Abgrund" handelt dahingegen von Gefühlswelten die man noch selbst beeinflussen und verändern kann. Es ist somit zwar düster und melancholisch aber auch klar selbstbestimmt im Handeln. Die Sprachlosigkeit ist eher gesellschaftspolitisch, wir leben in einer Welt, die wieder kleiner wird. Man spricht von Postfakten und Politiker lügen bewusst und sprechen Fakten ihre Richtigkeit ab, das ist das Problem, die Welt steuert auf eine Depression zu, aber wir als Menschen haben die Möglichkeit das nicht zu akzeptieren und es für uns zu verändern. Natürlich kann man als Individuum nicht die Welt von heute auf morgen verändern, aber man kann damit anfangen und eben mit den kleinen Dingen beginnen.



Als ,Lazarus’ veröffentlicht wurde, hattest du ein neues Musiktheater mit dem Titel ‚Meinungsstörung’ angekündigt. Ist ‚Am Abgrund’ aus dieser Idee entstanden? Wird es ein neues Musiktheater geben?

„Meinungsstörung“ ist ein Musiktheaterstück und ein Teil der Musik aus diesem Musiktheaterstück wurde auf „Am Abgrund“ in Studiofassungen veröffentlicht, also aus dem Kontext gerissen. „Lazarus“, „Darwins Jünger“ oder „Verstümmelung“ sind Szenen aus diesem Musiktheaterstück. Da aber Musiktheaterstücke schwierig zu finanzieren sind, was ich bei „Menschenstille“ wieder einmal feststellen musste, werde ich vorerst das neue Stück nicht live umsetzen. Mir ist das finanzielle Risiko zu groß, also wird „Meinungsstörung“ 2019 erst einmal als Buch erscheinen. Ob ich es als Musiktheaterstück umsetze? Vielleicht, irgendwann, irgendwo...

‚Lazarus’ befasst sich mit der Reaktion auf die Flüchtlingskrise, ‚Darwins Jünger’ mit der Aufteilung von Menschen in schwach und stark, ‚Rot’ mit Kindesmissbrauch. Sicherlich ist ‚Am Abgrund’ sehr politisch. Siehst du einen Zusammenhang zwischen dem ‚Scheitern der Menschheit’ worüber du singst und der Zunahme von Depressionen?

„Rot“ handelt nicht von Kindesmissbrauch sondern von Missbrauch und Manipulation allgemein, denn jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens von allem um ihn herum beeinflusst und deformiert. Egal ob es die eigene Familie ist, Freunde, Bekannte, Medien, Politiker etc. alles wirkt in irgendeiner Form auf unsere eigene Meinungsbildung. Wir werden somit in unserer Meinung gestört. – „Meinungsstörung“ handelt von den unterschiedlichsten Aspekten dieser Meinungstransformation. Aber auch vom Individuum das in diesen Mechanismen versucht zu leben, zu überleben oder scheitert...

Die Welt ist depressiv, aber eigenartigerweise jammern die am lautesten, die nicht auf einer Flucht ertrinken oder in ihrer Heimat erschossen oder gefoltert werden oder einfach nur verhungern weil sie in einer Region geboren wurden, die nicht privilegiert war oder ist.

In ‚Denn es ist immer so’ verweist du auf ältere Songs von Goethes Erben, insbesondere von den ersten drei Alben von Goethes Erben - die Trilogie -, die jetzt als Vinyl-Box veröffentlicht werden. Sind ‚Menschenstille’ und ‚Am Abgrund’ in gewisser Weise mit der Trilogie verbunden?

Ich denke der komplette textliche und musikalische Kosmos von Goethes Erben ist miteinander verbunden und das ist, denke ich auch, die Stärke von Goethes Erben. „Denn es ist immer so“ ist die Erben Geschichte konzentriert auf ein Lied.
Ein introvertierter Rückblick, aber nicht nur auf die Trilogie sondern auf das komplette Werk davor. „29 Jahre Goethes Erben“.



‚Wir sind alle alt geworden’, singst du in ‚Denn es ist immer so’. In der Tat hat sich die Goth-Szene verändert und sie ist gealtert, seit ihr zu Beginn der 90er Jahre eine der führenden Bands der Neuen Deutschen Todeskunst wart. Kann Gothic noch junge Leute anziehen? Was denkst du über das Altern der Goth-Kultur?

Das Problem ist, das ich vielen heutigen Bands aus der sogenannten Gothic Szene nicht das abnehme was sie machen. Manchmal hat man das Gefühl das hier „Gebrauchsgothic“ veröffentlicht wird, Klischees über Inhalte gestellt werden und Musik nur zum Selbstzweck ohne Anspruch an sich selbst gemacht wird. Aus dem Grund ist die Szene auch verwässert, denn es gibt kaum noch Menschen, insbesondere unter den Jüngeren, die diese Szene auch leben und nicht nur als Maske vor sich her tragen und sich zum Wochenende „kostümieren“. Schwarz sein ist eine Lebenseinstellung, die sicher auch etwas mit Optik zu tun hat aber auch mit einem Lebensgefühl, das eben nicht den Normen entspricht, die eine Gesellschaft von ihren folgsamen Mitbürgern erwartet. Am Ende sind meine schwarzgefärbten Haare und die Art und Weise wie ich lebe und was ich mitteile ein Protest gegen das was mich an der Welt stört. So sage ich Nein! Ich gehöre nicht zu Euch, ich stehe am Rand und beobachte euch Buntmenschen, aber auch die Menschen die sich gerne schwarz kleiden weil es schick ist und man damit provozieren kann. 

Nur provozieren ist mir zu wenig, ich will am Ende auch irgendetwas mit meinem Leben bewirken und wenn es nur das ist, das ich mit meinen Texten und der Musik Menschen erreiche, die sich verstanden fühlen und so eben nicht allein sind oder fühlen. Ich bin oft traurig darüber wie sich die Gesellschaft zurückentwickelt und die Errungenschaften der Aufklärung vergisst oder als Postfakten vergewaltigt und verbrennt. Die Menschheit verroht immer mehr, sowohl in der Sprache als auch in der Fähigkeit, empathisch miteinander umzugehen. Aber das ist kein Problem von jung oder alt, das ist ein Problem der Menschen an sich. Ich mag denkende Menschen, die sich eigene Meinungen bilden können, die offen sind, die fühlen können und die sich auch auf einem Konzert von Goethes Erben ihrer Tränen nicht schämen müssen, da sie angekommen sind. Das Alter spielt keine Rolle. Ich denke Goethes Erben ist zu alt um noch wirklich junge Leute in der Breite anzusprechen, aber auch das ist nicht ausgeschlossen. Was ich mache ist ein Angebot, entweder man möchte sich mit meiner Musik und den Texten auseinander setzen oder lässt es eben bleiben. Ignoranz gab es auch schon vor 25 Jahren in dieser Szene. Aber ich denke auch, es ist nicht schlimm wenn jemand mit Goethes Erben nichts anfangen kann, ich kann auch mit vielen Dingen nichts anfangen.

Die Neue Deutsche Todeskunst war eine Bewegung, die sehr unterschiedliche Bands vereinte. Gab es einen gemeinsamen Nenner der Bewegung, und würdest du zustimmen, dass die wichtigsten Bands nach 1994 weiter entwickelten und das Genre verlassen haben?

„Neue Deutsche Todeskunst“ war ein Begriff der Musikpresse, ich finde ein sehr einseitiges Label, denn wir haben uns nie nur mit dem Tod beschäftigt, sondern mit dem ganzen Menschen und seinen unterschiedlichsten Gefühlswelten. Natürlich eher mit den dunklen Gefühlen und mehr realistisch pessimistisch als euphorisch.

1993 arbeiteten die drei größten Projekte in der Neuen Deutschen Todeskunst - Goethes Erben, Lacrimosa und Das Ich - gemeinsam an ‚Lycia’ von Christian Dörge. Verschiedene Teilnehmer, auch du, waren von diesem Projekt frustriert. Was ist schief gelaufen?

Die Stücke sind gut, nur die finale Abmischung der Stücke im Studio bei der ich dann am Ende nicht anwesend war, ist leider nicht so geworden wie ich es mir vorgestellt hatte. Es war eben kein Teamwork, das ist die Tragik.

April 2019 wird Goethes Erben wieder auf dem Black Easter-Festival in Belgien auftreten. Was können wir erwarten?

Oswald Henke: Wie immer bei Festivals spielen wir uns durch die unterschiedlichen Kapitel der Erben Geschichte.

Bilder: Xavier Marquis

Goethes Erben

Black Easter Festival mit Goethes Erben, Daemonia Nymphe, The Breath Of Life, Evi Vine, Hackedepicciotto, Jo Quail...

zondag 18 november 2018

Sieben: The European Union are kinder overlords than the ones we may well inherit, out on our own, pretending we are not part of the world.


Brexit causes huge debate. One of the people who do not get over it is Matt Howden from Sieben. It resulted in a great album: 'Crumbs', a collection of songs about the state of affairs in the world. An angry disc, for sure, diluted with a generous portion of humor. We did our best to calm him down…

‘Crumbs’, your latest CD, is without doubt the most politically motivated one you made. Up to now, you had an approach that was more purely artistic. What made you choose to make an overt political stance in your work?

With previous Sieben albums, I would head off to my studio, shut the door and leave the world behind. The aim was to create my own world, and a particular vibe that suited the theme of the music. With Crumbs, world events, the news and the bad smell of current world politics followed me into the studio. I couldn’t shake it. Nor the anger that I feel.

More artists seem to rediscover the power of engaged music. But there is certainly an opposite movement. Political movements preaching xenophobia, isolationism, conservatism, vulgarity, authoritarian leadership, warmongering and nationalism are on the rise. Trump in the USA, the Brexit in the UK… What do you think are the causes of this ‘populist’ movement?

The world is at a point of immense change. It has contracted and shrunk. Border walls are up. Populists thrive on division, division of people. Of attacking the intellectual, denigrating sanity and calm. It’s an easy and dangerous route to power and control. For instance, who would have thought we could be back to a Cold War scenario, with the click of a finger? Almost as if two nations had decided to ‘ramp up’ pressure in order to garner popular support for themselves at home, to push their own agendas, to profit massively from the chaos that ensues.

One aspect that critics of politically motivated songs point out, is that they are not ‘timeless’ music. I would reply that if you look at classic, ‘timeless’ albums, they are all very well connected to the time in which they were recorded. What would you comment on that?

A good song is a good song. But as you say, also connected to the time it was recorded, both in its sound, its production, and in lyrical content.

 


One must love a title as ‘I Will Ignore The Apocalypse’ with the sentence ‘A better nature will endure’. Or the Satire of ‘Here’s The News’. You make good use of humour on ‘Crumbs’. Do you try to take up the role of jester in order to spread your message?

Humour is really important to me. And its something that I’ve been unable to squeeze into previous Sieben work. On the whole. It didn’t fit with the style of works such as ‘Ogham Inside The Night’, or many of the earlier albums. ‘Sex & Wildflowers’ and ‘Desire Rites’ had some sneaky humour in them, I suppose. With ‘Crumbs’ I’m laughing and making a joke, otherwise I would scream and wail. It is ‘gallows’ humour.

‘Crumbs’ is of course an angry and ‘Dark Enough’ CD, but you seem to end it with a positive note. Songs as ‘Liberal Snowflake’, ‘Forge A Better World’ and ‘We Will Be Alright’ are very optimistic. In short, you believe we will be able to confront all the wrongs you mention on the CD. Where does your hope come from?

Crumbs can roughly be divided into three types of songs, all with a bit of tongue in cheek: Angry. So outraged that I can only take the piss. Positive. My hope is decent people speak up and act decently against a tide of fear-and-hate-mongering.
 
You are obviously angry about brexit, but I have the feeling that opponents of the brexit tend to idealize the European Union. The Union gives much power to the unelected European Commission and allows only restricted power to the Parliament. People have the feeling that they are ruled by technocrats who – at the end of the day – are closer to big business than to the people. What would you tell them?

I would agree, to some extent. I don’t see the European Parliament as by any means perfect. Big business is still allowed to run unchecked; contracts may well be secured by dubious means etc, as with all governments. But they are better than what we had, from either side, here in the UK. Better spreading of wealth to poorer areas, better environmental laws, better labour laws and so on, in many other ways. Second, that Europe’s combined voice has been and is more sensible and rational that current US, Russian, Korean, Arab voices, on the world stage of politics. Third, that leaving the Union is economic suicide in so many ways. Europe is our neighbour, our main point of trade (both ways), and the ‘union’ makes economic sense on so many levels. Overall, the world for sure needs to overhaul ‘big business’, the notions of ‘shareholders’ and ‘economic growth’. I would agree. And that 20 people owns half the world’s wealth (to quote myself) “is a sickness”. They are kinder overlords than the ones we may well inherit, out on our own, pretending we are not part of the world.

 


You have visited different countries in Europe, and they have influenced your music. I think about the Norse, Lietuva and Briton EP-series, later merged into the ‘The Old Magic’ CD, in particular. Coming from a background in the neofolk-scene – you have worked extensively with Sol Invictus and Tony Wakeford – in which the idea of a ‘European culture’ is very important, what would you say unites this diversity of countries? Is there an European culture?

There are many cultures, and many ways in a global world. We must recognise this. I think we perhaps have more in common with each other than we do with those further afield, but there is not A European culture. Nor should there be. We are beautifully disparate. But with a union we are stronger. And we are less likely to pick fights with each other, too.

Speaking about the EP series. The Belgian artist Empusae recently made his version of ‘Užupis’, a track featured on the Lietuva EP (and also featured as ‘On The Other Side Of The River’ on ‘The Old Magic’). What did you think of it?

I really Love what he’s done with it. Always nice to hear someone else’s take on your own work, and what they add of themselves and omit of you. I’ve done the same, the other way round, remixing Nicolas’s work, Sieben-style, and was really fun to do.

You played at the Rebellion festival this year, the biggest punk festival in the world. I think it’s great that you were invited, but our reporter at the festival wrote that you were an outsider at the festival and that many of the attendees didn’t know you. How did your participation at the festival occurred and how do you look back at it?

I love playing at Rebellion. And I love the challenge of an audience that is new to me- and I’m new to them. This year I played 2 shows at Rebellion, and once a couple of years before. Its sometimes a little difficult to get people to your shows as so much is going on at the same time, and also because such events tend to be nostalgia-based for many people attending- so they’ll obviously go to the stuff they know. Not the best place to have your music ‘discovered’ perhaps, but a fabulous event that I always enjoy - been 4 times, played 2 of those - and always relish playing at. And a nice new audience for me, with Crumbs more accessible to them than previous albums.

Like many other independent artists, you chose to distribute your music via bandcamp, which means that everyone everywhere can listen to your music for free and only a few will buy the download or the physical record. What do you think are the benefits and the disadvantages of bandcamp?

I find bandcamp quite empowering. For starters, you can set the number of times people can listen for free until they need to buy. I’ve set mine to 3, so you can hear the entire album 3 times before deciding if you’ll purchase it. I release on Bandcamp in tandem with digital release through a distributor - in my case AWAL - who add the release to 250 or so sites, for purchase. If someone buys it from Bandcamp I get 85% of the payment. If someone buys it from iTunes - or most of the others - I get around 60%. With such small margins these days it adds to a very meagre income for a ‘niche’ - not very successful financially, shall we say, politely - artis
t such as myself.


Pictures: Mal Michelow

dinsdag 13 november 2018

The Names 40 Years: We're lucky to have everyone still alive and well, unlike many of our friends of Factory records.


40 years of new wave is also 40 years of The Names, the Belgian band that signed with the legendary Factory Records of Joy Division and New Order fame and had hits with ‘Calcutta’ and ‘Nightshift’. The jubilee is celebrated with a grand anniversary concert with numerous surprises on 24 November in Drogenbos. Singer Michel Sordinia already lifted a tip of the veil for us ...

You celebrate your 40th anniversary this year. What feeling do you have when confronted with the fact that The Names are already 40 years old?

It's a very sweet confrontation, since The Names are still making recordings on a regular base (every two years), and touring around Europe (next destination is Italy -again!- in March 2019). The feeling is: Let's celebrate! Let's share these emotions with our friends and our wonderful audience, who's giving us so much each time we are on stage somewhere! 

To celebrate the jubilee, you will do a special anniversary concert: The Names in Quarantaine. You have invited the original members from the line-up that recorded ‘Swimming’. How easy was it to convince past members Christophe Den Tandt and Luc Capelle to participate, and how was it to work with them again after all those years?

I got everybody's enthusiastic response in no time. I was very moved by that. Last night (October the 29th), we just started rehearsing with the original line-up (Marc, Christophe, Luc and I). For the first time in 37 years... It was like we never stopped! Great music, great drive, very tight. And a lot of jokes like in those early years...

I heard you will play with the current line-up also. Will these be two separate shows, or will the musicians play together in one show?

There will be two separate sets, with totally different songs (no duplicate, each song played once by one of the two line-ups). But with a few (big) surprises awaiting you...

Even more spectacular is the reunion of The Passengers, the punk band that preceded The Names from 1977 to 1978. It must have been difficult not only to reform the band, but also to learn the old songs again, which I presume you haven’t played for a long time…

Like with The Names, everybody was immediately enthusiastic. Of course we're lucky to have everyone still alive and well. Sadly, so many died among our friends of Factory records, and also here in Belgium (there will be a tribute to them during the concert)... When we started playing together again, it clicked just like in a dream. The songs were like pristine, waiting to be played again. It gave me shivers down my spine. Very emotional moments. With Isabelle singing like if time didn't exist.

With The Passengers, you even recorded some of the old material. Two singles will be released by Les disques du crépuscule: ‘All Through The Night’ and ‘Queen Of Weird’. Can you tell us more about these records?

My idea of recording with the band (something that we sadly didn't do back in the 1970's, except for a demo) was welcomed by James Nice, who is managing both Factory Benelux (releasing recordings of The Names) and Les Disques du Crépuscule labels. So the two singles in limited edition and in coloured vinyl (one clear, one red) will be released on Crépuscule the day before the concert. The recording happened in June at our regular "lair", Noise Factory studio in Wierde, near Namur. With Thomas Neidhardt at the mixing desk and in a very "analogic" spirit (no effect, no overdub, like if we were recording in 1977/1978). There are four original songs, three old ones ("All Through The Night", "New Life", "Danger Zone") and a brand new one that I wrote in the spirit of those early days: "Queen of Weird". Certainly one of the very best songs I ever wrote.   

To complete the jubilee, there will also be an exhibition with work from Philippe Carly, Marcus Portée and Peter Staessens. Why did you decide to include their photos in the event?

Philippe, Marcus and Peter are not only our dear friends, they are very talented artists, who have tons of fantastic pictures of The Names both then and now. I could not imagine the event without them and their pictures!




maandag 12 november 2018

La Scaltra: Our lyrics are written by life. They tell about pain, grief, farewell, but also about hope.

Fans of gothic rock, your attention please! If you haven’t heard of La Scaltra yet, then you have to listen to them urgently. The band has already released two fine albums and will play at the 25th Dark Entries Night at the Kinky Star in Ghent.

La Scaltra started out as a duo of Aeleth Kaven and Dae Widow. How did you meet and how did you decide to make music together?

Dae and I met 2014 at a concert. Dae was doing merchandise for aeon sable and we learned to know each other there. We soon found out that we are very similar and that we share a love for music, so we spoke about how it would be to do a project together. That´s when the idea was born.

Solar Lodge, one of the leading labels in the gothic rock genre, releases your CDs. How did you get signed with Solar Lodge?

Since Dae knows Artaud and Jawa Seth from The Merciful Nuns well, they paid close attention to La Scaltra and we got the chance with our ‘Ghosts EP’ to join Solar Lodge in 2016 after we published ‘Cabaret’, our first CD without any label. Therefore we are still very thankful for this opportunity given to us and happy to be part of Solar Lodge.

The music you make can be characterized as gothic rock, but the focus is more on synths than on guitars. Isn’t gothic rock meant to be dominated by guitars?

I guess that's because we have those elements of gothic rock in our music, but it is not essential. ‘Cabaret’ and also ‘Freakshow’ were dark medleys of what came to my mind. It was very experimental, with different dark styles and sometimes not really definable. All in all it is witchy and gloomy, and that´s what will always be in our songs, whether there is more gothic rock with guitars in them or more synths and wave or mostly all combined and mixed.

You started out and you build your image as two girls making music. I remember an interview I did with Bettina Köster is which she said it was very important for her to work with women, as they have another feeling for rhythm. How important is it that the music is played by women?

Hmm, I cannot say it is different. If you have a real musician in your band, it does not matter whether it's a woman or a man. You can have boisterous girls as well as you have feminine boys in your group... in my opinion, it is the spirit of music that matters and how it all works together in the end, not the gender.

Where do you find inspiration for your lyrics?

First and foremost: Life and its experiences. What could be more instructive und informative as our lives? And what is more destructive than life? Everything we went through, whether good our bad, forms our further person, our further paths. It becomes part of us and often it is not easy to accept. This struggling with life is one part of creating my songs, on the other hand of course being a hardcore fan of Horrorfilms and -games, so I guess there will be a creepy story or a link with a genre game on every album of La Scaltra.

In 2016, you released ‘Cabaret’ as a digital album, but also the ‘Ghosts’-ep consisting of 4 songs from ‘Cabaret’ on Solar Lodge. Why two different releases?

Yeah, that's right. We were a little bit too early with 'Cabaret', haha. The Solar Lodge deal was a few months later, so they did a lift from the album and created the 'Ghost EP' with a special booklet and 4 songs.

2017 saw the release of your second full album ‘Freak Show’. It got very good reactions. Are you happy with the record and the reactions?

Of course we are! Every inch of happiness about something you created with your time and heart makes you proud, or should make you proud. But I would never take it for granted! It is sometimes still like ‘What? Do they really mean us?’ When it comes to compliments... sometimes all of this is far, far away and sometimes it is right next to you and looks you in the eyes and goes like ‘bam, in your face!’

‘Freakshow’ saw the participation of Jay Sharpe as producer and guitarist. I believe he is now a full member of the band. What is his role in the band?

Jay Sharpe is a full member of La Scaltra and is also the guitarist and Din-Tah Aeon of aeon sable. He is my beloved life mate and boyfriend and a high valued partner. All of those song ideas - which I prepare all by myself - are being finished, mixed and mastered by him. And of course he creates all guitar lines, except I have ideas before he can speak out loud, haha.

You recently added another member to play bass: Saeda Moreau. Was she included in order to perform live?

Saeda Moreau is a full member of La Scaltra, not just a live performer. Before she came to La Scaltra, I did bass and vocals, but I feel better as a standalone singer. More movement, more interactions... bass playing needs an own position in our music. Our songs are mostly built on our vocals, and it is extremely hard to do dancing, playing bass and singing altogether with such bunch of vocal parts. I am happy Saeda is with us to completely fulfil those bass lines and she does a great work, way better than I did. Now I can dance, sing along and concentrate on those parts (and nudge the others on stage, haha!)

Will the growth of the band from two to four members affect the music you make?
Of course our bass lines will be more intensive, I guess. In our new songs the bass lines are “more” than on the albums before, that much I can tell. But I hope you will listen yourself then.

You did several concerts during the last months including the Amphi Festival. How would you describe the La Scaltra live experience?

La Scaltra live is a dark journey into memories that are both beautiful and ugly. Our lyrics are written by life. They tell about pain, grief, farewell, but also about hope. Seeing La Scaltra live should be a sea of feelings combined with a little bit of Rock Music and Dark Wave Synth to dance along. Yeah, dancing with the witches! And we are really looking forward to playing in Belgium. Finally!

I heard you are working on a new album. Can you already tell us something about it?

I can tell this much: There will be the same gloomy atmosphere, but with more power, more magick, more expression and passion. La Scaltra continues to evolve and we will show that on the next album. We will also do collaborations with male singers again, but yet I cannot tell you who it will be. Time will tell…


La Scaltra: bandcamp / facebook / website


dinsdag 30 oktober 2018

Simi Nah: Cet album est une façon pour moi de “Tirer ma révérence”, de finir en beauté si tu préfères.


Finir en beauté, c’est ce que Simi Nah espérait avec son nouveau CD "La terre est noire". Et comment ! Le disque est un vrai chef-d’oeuvre. Un joyau sombre, cependant, avec de nombreuses références à la dépression, l'insomnie, la douleur, la mort et le suicide.

Bonjour Simi Nah. Je tiens à te féliciter pour ‘La terre est noire’, ton nouveau CD. Il est superbe. J’oserais même dire que c’est ce que tu as fait de mieux. Comment évalues-tu le disque toi-même ?

Bonjour Xavier.
 Je te remercie du compliment. J'avoue que, moi même, j’ai un peu ce sentiment. J'ai muri, j'ai grandi, j'ai pris beaucoup de plaisir sur scène ces dernières années, j'ai souffert aussi… Alors oui, cet album réuni l'ensemble de ces sentiments très forts, ce qui fait de lui sans doute le plus profond.

Le disque est très sombre, avec beaucoup de références à la mort et même au suicide. J’ai l’impression que le disque est très personnel. Qu’est-ce qui t’as amené à écrire un album aussi “noire” ?

Comme je te le dis plus haut, peut être ce fameux mélange de plaisir et de souffrance interne. Je réalise que suis une personne assez compliquée, malgré les apparences ! Pas facile à cerner, et j'ai constamment besoin de changement. La monotonie me déprime et la routine me rend folle... j'ai passé une période très complexe dans ma tête où je me levais parfois le matin en n'ayant que des idées “noires” en tête... comme la mort ! L'écriture de cet album m'a permis de ne pas sombrer et m'a aidé à surmonter mes peurs.

C’est sombre, mais tu ne perds pas la touche ‘pop’ que tu as eue toute ta carrière. C’est un point que tu as en commun avec Milène Farmer, avec qui tu as déjà souvent été comparée. Qu’en penses-tu ?

La fameuse comparaison avec Mylène Farmer, en soit, ne me dérange pas du tout. Elle a fait de très belles choses, et ce comparatif ne peut être que positif. Maintenant, il n'y a aucune volonté de ma part de vouloir lui ressembler; j'écris des mots les uns après les autres en utilisant ma langue natale, je joue avec les mots comme les mots jouent avec moi, et j'aime les voix sombres et douces… Donc oui, inévitablement il y a des points communs !



Après avoir entendu le CD, j’étais surpris d’entendre que c’était le dernier, et surtout que tu n’allais même pas faire de concerts pour le promouvoir. Pourquoi cette décision ?

C'est compliqué … Cet album est une façon pour moi de “Tirer ma révérence”, de finir en beauté si tu préfères. La vie est éphémère, tout est “F.M.R”, et parfois il est préférable d'arrêter plutôt que de dégénérer. Nous avons décidé, avec Kenny, mon partner in crime, de changer de vie radicalement, et à l'heure même où je t'écris, nous vivons dans un tout petit village en France où seuls les oiseaux performent des symphonies pour nous !

Tu as publié trois singles avant le disque, dont le premier en juin 2017. Je présume que la route a été longue pour publier ce disque. Combien de temps y avez-vous travaillé et pourquoi cela a duré si longtemps?

Parce que mon mal-être interne m'a aidé à écrire ces textes, mais m'a aussi freiné tant je ne savais plus où aller, ni dans ma tète, ni dans la musique... Le temps a produit de différentes atmosphères que l'on retrouve tout au long de l'album. Les plus sombres ont été écrites en dernier lieu.

Avec “La terre est noire”, tu retournes vers le français comme langue principale. J’apprécie beaucoup les jeux de mots et la façon dont tu joues avec la langue française. Pourquoi ce retour aux sources ?

Je n'ai jamais vraiment quitté cette façon d'être. “Be my guest”, qui n'était pas vraiment un album perso, faisait exception à la règle. Mais mes 2 albums précédents étaient presque tout en français. Pour “La Terre est Noire”, ce que j'avais à dire était trop théâtral pour utiliser la langue de Shakespeare, c'est donc choisi Molière pour m'inspirer !

Comme c’est la fin de ta carrière musicale, je me disais qu’il serait intéressant de parcourir ta carrière. Ton premier album – “Cherchez la femme” de 2004 – était basé sur les relations avec ta mère et ta fille, un sujet qui te préoccupes encore aujourd’hui. On remarque aussi que ton style musical est resté assez consistent durant ta carrière… Quel regard porte tu sur ton début ?

Un début reste un début, et comme tout commencement, on se cherche encore ! “Cherchez la Femme” était effectivement un thème profond sur ma recherche de personnalité entre ma mère et ma fille. Je suis entretemps passé à autre chose ….
La production musicale était encore très naïve et timide, bien que l'on abordait déjà le retour du gothic et de la new wave dans cet album, alors que le revival n'était pas d'actualité en 2004 !
Ton second album “5” se veut une réflexion sur le monde de la mode. Tu as essayé de devenir créatrice et tu avais même déménagée à Paris pour cela, où tu as passé une période assez difficile. L’album se veut plutôt critique vis-à-vis du monde de la mode, n’est-ce pas ?

Oui tout à fait ! Tu vois, c'est encore une facette de moi qui est un peu difficile à interpréter ! D'abord je voulais devenir styliste quand j'étais jeune, puis par manque de moyens (ma mère m'élevait seule et ne pouvais pas payer les seules écoles de stylisme qui existaient à l'époque), je n'ai jamais fait les études de mode dont je rêvais. J'ai alors tout quitté pour aller vivre à Paris en espérant apprendre sur le tas, mais le rêve a vite tourné au cauchemar ! Cela t'ouvre les yeux, et plus tard tu te dis que le talent ne s'achète pas, mais la popularité si !! L'industrie de la mode manipule la population en imposant ses choix, et le temps de Coco Chanel est bien loin, si loin qu'il a atteint les frontières de la Chine en production massive !

C’est aussi à Paris que tu as eu cette fameuse rencontre avec Gavin Friday des Virgin Prunes ? Que s’est-il passé ?

Hahaha oui !! Comment sais tu tout cela ? J'ai vu un de leur concert en plus ou moins 1986, si je me souviens bien, à l'Elysée Montmartre à Paris. Après le concert, par je ne sais quel miracle, je me suis retrouvée à l'arrière de la salle et j'ai pénétré dans les loges. Ne me demande pas comment, je n'en ai aucune idée !!
 Gavin Friday venait d'avoir une dispute ou discussion avec Guggi et il était en pleure. Je me suis approchée de lui pour le consoler comme j'ai pu, et après avoir sécher ses larmes il s'est remaquillé les yeux en noir. J'en ai profité pour faire de même en empruntant son crayon khôl et il m'a dit que je pouvais le garder en souvenir ! Figure toi que je l'ai toujours !!


Les deux premiers albums contiennent une réflexion sur le rôle de la femme dans la société. Que signifie le mouvement féministe pour toi aujourd’hui ?

Rien du tout ! Je ne suis pas féministe, pas plus que ça. Je n'aime pas mettre des mots sur des idées pareilles. Je suis plutôt pour le respect de tous, femme ou non, mais c'est un trop long débat je pense. 
Le rôle “des femmes” dans mes premiers album était d'ordre sentimental, plutôt qu'un rôle en particulier dans la société.
 Cela dit, j'ai plus d'affinité avec les animaux qu'avec les femmes ou les hommes !

“Be My Guest” est un album avec des reprises de classiques new wave classics with avec des ‘guests’ comme Dirk Ivens, Dirk Da Davo, Nikkie Van Lierop, Luc Van Acker… L’album a été un succès indéniable, mais il y a aussi eu des critiques qui disaient que le succès était facile avec cette formule…

Les mauvaises critiques restent des critiques, le négatif est aussi positif que le positif ! Tu me suis?
 Le succès de cet album, c'était à mes yeux la spontanéité du projet, rien n'a été prémédité, c'est arrivé tout seul. C'était un album fun à produire, mais aussi celui qui a demandé le plus de travail, tant coté production que coté organisation. Nous avons, Kenny et moi, tout fait nous-mêmes. Enregistrements, arrangements, mixes, pochette, promo, et pour ne rien laisser au hasard, nous avons monté notre label Why2k Music pour sortir cet album. Donc peu être formule “facile”, mais travail du dingue !

J’ai une thèse et je veux te demander ton avis : ‘la crise de l’industrie musicale fait que les considérations commerciales ont perdues beaucoup de leur importance et que la démarche artistique est redevenue primordiale. En fin de compte, ça bénéficie à la qualité des œuvres produites aujourd’hui’. Qu’en penses-tu ?

Je suis assez partagée sur ce sujet; à l'époque où j'ai commencé mon projet solo, nous pouvions vivre de la musique seule. Comme tu l'as mentionné plus haut, un album ça prend du temps, beaucoup de temps, il faut donc pouvoir s'y consacrer corps et âme pour obtenir de bons résultats.
 A l'heure actuelle, nombreux sont les artistes que je connais obligés d'avoir une seconde occupation pour “survivre”, et pour ma part cela ne m'a pas réussi. Car oui j'ai aussi dû faire “autre chose” pour intégrer cette société qui avait décidé à ma place que la musique ne faisait pas partie des normes. Cela m'a beaucoup affectée et je ne parvenais pas à changer de peau pour passer d'un monde dit “normal” à un monde “artistique”. D'où les longs écarts entre et durant les albums.
 Maintenant, c'est peut être cette frustration intense qui nous a amené à écrire notre meilleur album !
 
Que vas-tu faire maintenant ? Une résurrection de Coma, le premier groupe de toi et Kenny ?

Vivre sereinement, écouter le “Chant des loups” et des cerfs, et le reste suivra…

Merci pour cette interview !

Merci à toi aussi !

Photos: Luc Luyten (1), Xavier Marquis (2-5)

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